Pellets

Das Heizen mit Holzpellets ist noch eine recht neue Erscheinung, verzeichnet aber rasante Zuwachszahlen. Auch wenn Sie als Ofenkäufer traditionell eher dem Scheitholz verbundens sind, ist es interessant, sich mit dem jungen artverwandten Brennstoff zu beschäftigen.

Dass Holz ein heimischer CO2-neutraler Energieträger ist, hat sich in der Fachwelt längst als überzeugende Argumentationshilfe für den Absatz von Feuerstätten etabliert. Und geht es nach den Klimaschutzerfordernissen sowie der politischen Großwetterlage, dann steht der Holzfeuerung noch eine gloriose Zukunft bevor. Dabei könnte sich der Marktanteil künftig spürbar von Scheitholz- zu Pelletfeuerstätten verschieben, denn diese können einige Vorzüge für sich verbuchen:

- Hoher Bedienkomfort durch automatischen Betrieb (wird vielen Kunden immer wichtiger)

- Normierte Brennstoffqualität

- Sauberkeit im Haus (Pellets sind schon als Rohstoff nicht mit Erde und loser Baumrinde etc. behaftet, die bei der Beschickung abkrümeln,
und es entsteht auch weniger Asche bei der Verbrennung)

- Emissionsarmut und hoher Wirkungsgrad (die Feinstaubbildung ist so gering, dass die meisten Pelletfeuerstätten heute schon die Grenzwerte der zweiten BImSchV-Stufe ab 2015 erfüllen)

Der Brennstoff
Holzpellets sind genormte zylindrische Presslinge aus naturbelassenen Holzspänen, die im holzverarbeitenden Gewerbe anfallen. Ein Normpellet ist zwei bis fünf Zentimeter lang und hat einen Durchmesser zwischen 0,4 und einem Zentimeter. Pellets werden aus kostengünstigen Abfallprodukten der Säge- oder Holzwerke hergestellt, also aus Spänen oder Hobelrückständen.

Für eine Tonne Pellets werden sechs bis acht Kubikmeter Späne benötigt. Die Qualität des Rohmaterials spielt für das Endprodukt eine große Rolle. Deshalb finden Qualitätskontrollen von der Späneannahme über die Aufbereitung bis hin zum fertigen Produkt statt.

Für die Pelletherstellung werden die Holzreste zunächst getrocknet, zerkleinert und schließlich durch eine Pelletmatrize gepresst. Hierbei stellen unterschiedliche Holzarten und verschiedene Feuchtigkeitsgrade eine Herausforderung für die Verarbeitung dar. Denn nur homogenes Material kann in der Presse verarbeitet werden. Ohne chemische Zusätze werden die Energieträger schließlich unter hohem Druck in die typische Zylinderform gepresst. Holzeigene Lignine und Harze werden durch die dabei entstehende Wärme und restliche Holzfeuchte zum Naturkleber, der die Holzfasern zusammenhält.

Lediglich eine Zugabe von zwei Prozent Presshilfsmitteln wie Stärke ist erlaubt. Das Lignin sorgt auch für die glänzende Oberfläche der Pellets. Schließlich wird der Feinanteil von den Pellets gesiebt, um qualitativ hochwertige Pellets sicherzustellen.

Bereits bei der Produktion von Holzpellets achten die Hersteller darauf, möglichst wenig Energie einzusetzen. So liegt der Energieaufwand von Pellets bei nur 2,7 Prozent. Dieser Aufwand ist im Vergleich zu anderen Brennstoffen wie Erdgas (10 Prozent) und Heizöl (12 Prozent) sehr gering.

Seit 2010 gelten verschärfte Qualitätsanforderungen für Pellets, weil die neue EU-Norm EN 14961-2 in Kraft trat. Unter anderem gewährleisten strengere Werte einen reibungslosen Verbrennungsvorgang. Europaweit lösen drei neue Qualitätsklassen innerhalb der EU-Norm die bisherigen länderspezifischen Regelungen ab. Für den Endverbraucher ist die Holzpelletklasse A1 relevant. Sie weist die strengsten Werte auf und basiert weitestgehend auf der bekannten DINplus-Qualität. Die Klasse A2 umfasst künftig Pellets mit einem Aschegehalt bis zu einem Prozent.

Weitere Infos zum neuen Gütesiegel ENplus für Holzpellets »»

Feuerstätten
Bei Pelletkesseln, die typischerweise als Zentralheizung im Keller stehen, ist eine automatische Förderung mittels Schnecke oder Saugsystem Standard. Hier wird der Brennstoff meist aus einem großen, mehrere tausend Liter fassenden Lager entnommen, das ähnlich wie ein Heizöltank aus einem Tanklastwagen befüllt wird. Der Nutzer muss in diesem Fall nur gelegentlich neuen Brennstoff ordern und alle paar Tage bis Wochen den Aschebehälter entleeren.

Demgegenüber haben Einzelraumfeuerstätten für Pelletbetrieb meist einen angebauten Pelletbehälter, der eine oder mehrere Tagesrationen aufnehmen kann. Hier obliegt es dem Nutzer, den Vorrat nach Bedarf aufzufüllen, wobei sich auch die Verwendung im Handel erhältlicher Sackware anbietet.

Im Übrigen unterscheidet sich der Betrieb nicht wesentlich von dem eines Zentralheizkessels. Auch bei Pelletöfen und Einsätzen ist er über eine elektronische Steuerung automatisiert und bietet somit ein Höchstmaß an Komfort. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Feuerstätten dadurch, dass einige von ihnen als klassische Öfen nur den Aufstellraum beheizen, während andere mit Wassertechnik sie wirksam unterstützen.

Fördergeld für Pelletheizungen
Seit Juli 2010 wird die Installation von Pelletheizkessel in Neubauten nicht mehr gefördert, sondern nur noch in bestehenden Gebäuden, zum Beispiel im Rahmen einer Heizungsmodernisierung.

Der Fördersatz, den das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt, beträgt aktuell 36 Euro je Kilowatt installierter Nennwärmeleistung für automatisch beschickte Pelletkessel.

Diesen Zuschuss gibt es übrigens auch für Pellet- und Scheitholz-Kombinationskessel, die aber über ein Mindest-Pufferspeichervolumen von 55 Liter je kW Nennwärmeleistung für den handbeschickten Teil der Anlage verfügen müssen. Förderfähig sind Kessel mit einer Nennwärmeleistung zwischen fünf und 100 Kilowatt.

Für Modernisierer ergeben sich daraus folgende Förderbeträge:
# Für Pelletkessel: mindestens 2.000 Euro
# Für Pelletkessel mit neuem Pufferspeicher (Speichervolumen mindestens 30 Liter je kW): 2.500 Euro
# Für Pelletöfen mit Wassertasche: mindestens 1.000 Euro

Hausbesitzer, die Pelletheizung und Solarkollektoren verbinden, erhalten von der BAFA zusätzlich einen Kombinationsbonus von 500 Euro.
pellets

Einen guten Überblick über Förderprogramme bietet die Broschüre des Deutschen Pelletinstitut: "Heizen mit Holzpellets".

DEPI Förderfibel 2010 zum Download